cdi Injektoren – Wartung & Tausch

Die Wahrscheinlichkeit, während eines Sprinterlebens mit Undichtigkeiten im Bereich der elektrischen Einspritzdüsen konfrontiert zu werden, ist nicht gering. Rechtzeitig erkannt muss dies aber nicht zu einem riesen Problem werden. Grundsätzlich gilt: Je früher man die Undichtigkeit bemerkt, desto einfacher ist die Abhilfe.

 

Es soll Common-Rail-Fahrer geben, die ihre Injektordichtungen bei jeder großen Inspektion tauschen. Manch Anderer, der erst einschreitet, wenn der gesamte obere Motorbereich zugekokt ist, hebelt sich beim unsachgemäßen Ausbauversuch der Injektoren u.U. den Ventildeckel kaputt. „Von- bis“ ist also alles möglich. Bei den 911er und 912er Motoren (Mercedes Sprinter T1N) befindet sich oberhalb des Ventildeckels eine Kunststoffabdeckung die den Blick auf die Injektoren versperrt und auch bei den Motoren im NCV3 sind die Einspritzdüsen unter reichlich „Akustikabdeckung“ versteckt. Diese Plastikverkleidungen müssen für eine Sichtkontrolle zunächst heruntergebaut werden. Aber auch ohne freies Blickfeld lassen sich Undichtigkeiten um Bereich der Injektoren oft schon bemerken: Zischende Geräusche bei der Dieseleinspritzung und Abgasgeruch im Innenraum sind typische Anzeichen. Wenn Du den Kauf eines Sprinters in Erwägung ziehst, solltest Du auf diese Dinge achten. Die Injektoren sind mit einer Spannklaue in der Zylinderkopfabdeckung verschraubt und haben einen festen Sitz. Den Injektorschacht dichten sie nach unten mit einem Kupferring ab. Je nach Ausmaß der Undichtigkeit, die u.U. zu massiven Verklebungen führt, kann beim Ausbau der Einsatz von Abziehwerkzeugen notwendig werden. Gegebenenfalls muss der Injektorkopf auch zunächst mechanisch von harter Koksmasse befreit werden, um überhaupt an die Schrauben der Spannklauen heranzukommen und einen Abzieher ansetzen zu können. Auf keinen Fall sollte man mit ungeeigneten Hebelwerkzeugen und unkontrollierter Kraft Hand anlegen, sonst droht die Zerstörung der Zylinderkopfabdeckung. Zum Ausbau der Injektoren sind viele Anleitungen im www zu finden, daher gehe ich hier auf die Detailschritte nicht näher ein. Wichtig ist, dass die Injektorschächte nach dem Ausbau der Einspritzdüsen tadellos gereinigt werden, ggf. muss der Boden des Schachtes bei starker Verkokung mit einem speziellen Fräswerkzeug freigeschnitten werden um eine saubere Dichtfläche wieder herzustellen. Werksneue Injektoren sind kostspielig. Es gibt jedoch ein breites Angebot an generalüberholten Originalteilen zu erschwinglichen Preisen. Oft wird ein Altteilpfand erhoben. Wenn Du zu überholten Düsen tendierst, achte beim Kauf darauf, dass diese während der Überholung auf einem Teststand geprüft wurden – einige Anbieter stellen Dir als Käufer sogar ein Prüfprotokoll zur Verfügung. Beim Wiedereinbau ist die Reihenfolge zu beachten – die Injektoren sind durchnummeriert – bei älteren Motorcodes kann dies u.U. entfallen. Natürlich sind auch die vorgeschriebenen Anzugsdrehmomente einzuhalten, sogenannte Dehnschrauben für die Befestigung der Spannklauen dürfen immer nur einmal eingebaut werden. Bei Laufleistungen über 150 tsd. km empfehle ich Dir auch den Tausch der Spannklauen – hier sind mir beim Wiedereinbau schon Spannklauen gebrochen – materialbedingte Schwächen infolge hoher Temperaturen haben sie zum bersten gebracht. Wer sich die Wartung an den cdi-Injektoren nicht selbst zutraut, sollte sich eine Werkstatt suchen, die mit dieser Arbeit Erfahrung hat. Die Injektoren sind häufig gar nicht „kaputt“, sondern lediglich verkokt. Mit viel Reinigungsarbeit kannst Du daher unter Umständen einen teuren Neukauf vermeiden. Folgende Werkzeuge können hilfreich sein:

  • Kokslöser aus dem Fachhandel oder Aceton.
  • Vorstecher, kleiner Meißel oder alter Körner um Ölkohle aus den Vertiefungen im Ventildeckel entfernen zu können.
  • Steckschlüssel- und Maulschlüsselsatz.
  • 40er Torx (Sprinter T1N) für die Dehnschrauben.
  • Gewindeschneider für die Löcher der Dehnschrauben.
  • Drehmomentschlüssel ¼ Zoll für 7Nm geeignet.
  • Ausziehwerkzeug für die Injektoren.
  • Inspektionsspiegel oder Hohlraumkamera.
  • Teleskop mit Magnetspitze.
  • Industriesauger mit Mini-Spitze.
  • Korkenzieherbürste um die Injektorenschächte zu reinigen.
  • Schneidwerkzeug um die Fußpunkte der Injektorenschächte frei zu schneiden – diese müssen absolut sauber sein, sonst ist der neue Injektor mit dem Kupferring nicht dicht zu bekommen.
  • Keramikpaste zum Einsetzen der Injektoren.

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